1925 beherbergte Paris die Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes. Hundertzweiundsiebzig Pavillons erstreckten sich entlang der Seine, zwischen dem Grand Palais und den Invalides. Die französische Regierung hatte eine Regel festgelegt: keine Kopien, keine historischen Pastiche. Jedes ausgestellte Objekt musste originell sein. Diese Regel war revolutionär. Sie beendete offiziell den dekorativen Neoklassizismus, der seit Napoleon III. dominiert hatte, und gab dem, was seither Art Deco heißt, seinen Namen.
Der Begriff ist eine nachträgliche Abkürzung. 1925 sprach niemand von Art Deco. Man sagte „moderner Stil", „Stil 25" oder einfach „der neue Stil". Erst 1966, anlässlich der Retrospektivausstellung im Musée des Arts décoratifs in Paris, wurde der Name endgültig festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war der Stil vierzig Jahre alt und klar genug, um als abgeschlossene Epoche behandelt zu werden.
Die Quellen des Stils
Art Deco hat keinen einzigen Gründervater. Es ist eine Synthese. Die Quellen sind vielfältig: der Kubismus (geometrische Formen, Winkel), afrikanische und ozeanische Kunst (Masken, Reliefs, rhythmische Muster), das deutsche Bauhaus (die Spannung zwischen Kunst und Industrie) sowie die dekorativen Künste des Osmanischen Reichs und Asiens. Die Ausstellung von 1925 brachte all diese Strömungen an einem Ort zusammen.

Die Plakatgestalter übernahmen den Stil noch vor den Architekten. Cassandre ab 1925, Loupot, Carlu und Colin arbeiteten in einer Ästhetik, die unverkennbar wurde: klare Farbflächen, strenge Geometrie, wie Architekturen gezeichnete Schriften, starke Kontraste. Das Plakat war die sichtbarste Form des Stils. Es bedeckte die Wände der Stadt, während sich die Gebäude kaum zu wandeln begannen.
Die Überquerung des Atlantiks
New York nahm Art Deco mit besonderer Intensität an. Zwischen 1928 und 1932 errichtete die Stadt drei der damals höchsten Bauwerke der Welt im Art-Deco-Stil: das Chrysler Building, das Empire State Building und das Rockefeller Center. William Van Alen, der Architekt des Chrysler, krönte seinen Wolkenkratzer mit einer 56 Meter hohen Spitze aus rostfreiem Stahl, die im Inneren des Gebäudes gefertigt und im letzten Moment überraschend aufgesetzt wurde, um das Nachbargebäude in der Höhe zu übertreffen. Die Geste war vollkommen Art Deco: spektakulär, präzise, technisch, unerwartet.
Art Deco war der erste Stil, der gleichzeitig für das Objekt, das Plakat, die Fassade und das Interieur konzipiert wurde. Zuvor sprachen diese Disziplinen nicht miteinander.
Warum Art Deco immer wiederkehrt
Der Stil überlebt, weil er lesbar ist. Eine geometrische Farbfläche, ein goldener Verlauf, eine komprimierte Schrift: Art Deco ist sofort erkennbar, selbst ohne es zu benennen. In zeitgenössischen Interieurs ist diese Lesbarkeit ein Vorteil. Ein Art-Deco-Plakat in einem minimalistischen Raum erzeugt einen unmittelbaren, klaren Kontrast ohne Zweideutigkeit. Es bringt Dichte ohne Unordnung.

Unsere Art-Deco-Plakatreproduktionen decken den Zeitraum 1922-1939 ab, von Ozeandampfern bis zu Eisenbahngesellschaften, von Luxushotels bis zu Parfümmarken. Jedes Plakat wurde nach der Qualität der Originalkomposition, der Seltenheit der Quellvorlage und der Farbechtheit beim Druck auf 275 g/m² fine-art Papier ausgewählt.







