Ein Wohnzimmer am späten Nachmittag. An der Wand hinter dem Sofa ein einziges Poster: sich überlagernde blaue Flächen, ohne erkennbares Motiv. Das streifende Licht gleitet darüber, und das Auge bleibt hängen, ohne verstehen zu wollen. Genau das leistet abstrakte Kunst in einem Raum. Sie erzählt nichts, sie setzt eine Farbe und eine Form und lässt die übrige Einrichtung darum herum zur Ruhe kommen.

Dekorative Abstraktion muss nicht erklärt werden, um zu wirken. Seit Kandinsky und Delaunay zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gilt ein Gedanke: Farbe und Form allein genügen, um eine Emotion zu tragen. Wer einrichtet, gewinnt damit eine kostbare Freiheit. Ein abstraktes Poster gibt dem Raum kein Thema vor, es bringt einen Farbakkord. Bleibt nur, ihm Raum zum Atmen zu geben.

Ein großes Werk oder ein Paar

Zwei Strategien funktionieren fast immer, und sie schließen einander aus. Die erste: ein einziges großes Poster, 50 x 70 cm oder größer, wie ein Fenster auf eine sonst kahle Wand gesetzt. Es wird zum Schwerpunkt des Raumes, und alles andere, niedrige Möbel, Lampen, Textilien, ordnet sich darum herum. Die zweite: ein Paar identischer Formate, nebeneinander mit einem gleichmäßigen Abstand von wenigen Zentimetern gehängt. Das Paar schafft einen Rhythmus, einen visuellen Atem, sofern die beiden Werke eine Palette oder eine gemeinsame Spannung teilen. Zu vermeiden ist das Mischen: ein großes Werk, flankiert von kleinen, nicht zusammenpassenden Postern, verwischt die Aussage.

Ein lebhaftes Abstraktes ausbalancieren

  • Ruhige Wand: ein dichtes, farbenreiches Abstraktes einer schlichten, hellen Wand vorbehalten, ohne etwas drumherum.
  • Abstand: drei Meter zurücktreten, bevor man die Hängung festlegt, ein Abstraktes liest sich aus der Ferne.
  • Ein aufgegriffener Farbton: einen einzigen Ton aus dem Poster aufnehmen, ein Kissen, eine Vase, und dann aufhören.
  • Keine Konkurrenz: nie zwei starke Werke einander gegenüber im selben Raum platzieren.

Der richtige Rahmen

Der Rahmen verändert bei einem abstrakten Poster alles. Ein dünner schwarzer Rahmen strafft die Komposition und schärft den Farbkontrast, ideal für ein grafisches, klar geschnittenes Motiv. Ein heller Holzrahmen mildert das Ganze und lässt blasse Flächen atmen, perfekt für eine sanfte oder minimalistische Abstraktion. Die goldene Regel: einen weißen Rand, ein Passepartout, um das Bild lassen. Dieser Rand gibt der Farbe Luft und verhindert, dass das Poster gegen das Glas erstickt wirkt. An einer sehr hellen Wand genügt ein dünner Rahmen; an einer dunklen Wand hebt ein heller Rahmen das Werk hervor.

Ein abstraktes Poster verlangt nicht, verstanden zu werden. Es verlangt Raum, einen Rand und eine Wand, die schweigt, um es sprechen zu lassen.

Bei Montmartre Poster vereinen die abstrakten Kollektionen minimalistische Flächen, farbige Geometrien und vom Orphismus und Kubismus inspirierte Kompositionen, gedruckt auf 275-g-Künstlerpapier. Genug, um einen Farbakkord an eine Wand zu setzen und den Raum sich darum herum ordnen zu lassen.